Mehr als die Gesundheit von Zahnbett und Zahnfleisch

Die Parodontologie ist die Lehre der anatomischen und morphologischen Strukturen, die den Zahn fest in seinem Knochen befestigen. Diese Strukturen – Kieferknochen, Bindegewebsfasern, Zahnfleisch und das Wurzelzement – bezeichnet man als Zahnbett / Zahnhalteapparat oder Parodontium. Die Entzündung des Zahnhalteapparats ist die häufigste Form einer Zahnbetterkrankung und betrifft fast jeden zweiten Bundesbürger. Der Parodontologe hat die Aufgabe, diese Entzündungen zu diagnostizieren, die Ursachen zu beseitigen und zu therapieren.

Unterschieden wird zwischen der Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und der Zahnbetterkrankung (Parodontitis), die mit Zahnfleisch- und Knochenverlust einhergehen. Auslöser für eine Gingivitis oder Parodontitis sind bakterielle Beläge (Biofilm / Plaque) auf den Zahnoberflächen, systemische Erkrankungen oder eine erbliche Veranlagung. Erste Anzeichen sind Zahnfleischbluten, rot geschwollenes Zahnfleisch und Mundgeruch.

Spätestens jetzt sollte der Patient einen Zahnarzt zur weiteren Abklärung und Behandlung aufsuchen.

Der gesunde Zahn im gesunden Zahnhalteapparat

In einem gesunden Parodontium steht der Zahn fest im Knochen und weist keine oder eine nur sehr geringe Beweglichkeit auf. Das Zahnfleisch ist blassrosa und blutet nicht beim Zähneputzen oder der Anwendung von Zahnseide. Die physiologische Furche am Zahnfleischsaum (zwischen Zahn und Zahnfleisch) weist eine maximale Sondierungstiefe von 1 bis 2 mm auf.

Die Gingivitis

Eine Parodontitis (im Volksmund auch Parodontose genannt) beginnt meist mit einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Diese wird vom Patienten oft als eher harmlos empfunden. Leitsymptom ist das Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder bei der Anwendung von Zahnseide. Ursache ist die bakterielle Plaque auf den Zahnoberflächen. Hierbei entzünden die Bakterien das Zahnfleisch sowie die Papillen (Zipfelchen zwischen den Zähnen) und es kommt zu oben genannten Symptomen. Unbehandelt oder ohne mundhygienisches Gegensteuern führt diese Gingivitis zur Parodontitis, der chronischen Entzündung des Zahnhalteapparates.

Die adäquate Therapie der Gingivitis liegt in der Entfernung der Zahnbeläge und der Bakterien. Plaque begünstigende Faktoren, zum Beispiel abstehende Kronenränder oder Zahnfüllungen mit Randspalten, sollten beseitigt und das Gebiss in einen pflegefähigen Zustand überführt werden. Eine mindestens zweimal jährliche professionelle Zahnreinigung schließt sich idealerweise an.

Oft führen auch hormonelle Umstellungen (zum Beispiel Schwangerschaft) oder Diabetes zur Gingivitis. Eine Reihe weiterer innerer Erkrankungen (HIV, Leukämie) begünstigen ebenfalls die Entstehung einer Gingivitis und eventuell nachfolgender Parodontitis. Auch können bestimmte Arzneien die Gingivitis provozieren, wie zum Beispiel Blutdrucksenker oder Arzneien gegen epileptische Anfälle.

Die Parodontitis

Die unbehandelte Gingivitis geht nach einiger Zeit in die chronische Parodontitis über. Hierbei vertieft sich die Zahnfleischfurche auf mehr als drei Millimeter. Es kommt zum Knochenabbau oder zur Bildung von Knochentaschen und den Papillenverlust (unschöne „schwarze Dreiecke“ zwischen den Zähnen). In den tieferen Zahnfleischtaschen wechselt die Bakterienflora in die aggressivere Form der anaeroben Bakterien (ohne Sauerstoff). Diese verursacht durch die Produktion von Toxinen (Bakteriengifte) starke Zahnfleischentzündungen, Eiterbildung, fulminant voranschreitende Zahnlockerung und einen unangenehmen Mundgeruch.

Auf den Wurzeloberflächen lagern sich Konkremente mit einem hohen Mineralgehalt an, die nur schwer zu entfernen sind. Konkremente entstehen durch Einlagerung von Salzen, abgestorbenen Zellen und Kalzium aus dem Speichel in die Plaque. Diese Konkremente haben eine raue Oberfläche und bieten den anaeroben Bakterien beste Lebensmöglichkeiten.

Risiken der Parodontitis

Spätestens mit der Manifestierung einer chronischen Parodontitis steigt das Risiko, andere schwerwiegende Erkrankungen zu erwerben. So steigt zum Beispiel die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen um ein Vielfaches. Ebenso liegt die Wahrscheinlichkeit, an den Atemwegen oder an Osteoporose zu erkranken, bei einer Parodontitis deutlich höher. Neueste Untersuchungen beweisen zudem einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und untergewichtigen Frühgeburten. Deshalb arbeiten wir interdisziplinär mit Gynäkologen, Internisten, Diabetologen und Kardiologen zusammen.

Parodontitis-Behandlung

Nur eine systematische Zahnfleischbehandlung durch den spezialisierten Parodontologen und die Unterstützung durch Dentalhygienikerinnen und Prophylaxeassistentinnen kann die Erkrankung zum Stillstand bringen.

  • ausführliche Untersuchung und Diagnose der Erkrankung
  • intensive Anleitung zur Mundhygiene (individuell an das Kausystem des Patienten angepasst)
  • deutliche Darstellung der Zahnbeläge mittels Kamera und Anfärbemethoden
  • professionelle Zahnreinigung und Entfernung von Zahnstein über und unter dem Zahnfleischrand
  • Entfernung von Verfärbungen (Tabak, Tee, Kaffee, Lebensmittel)
  • Polieren aller erreichbaren Zahnoberflächen und Fluoridierung der Zähne
  • Überprüfung der Compliance (Wille zur Mitarbeit)

Bei einem Parodontalstatus werden Taschentiefen und Lockerungsgrade der Zähne ermittelt. Unterstützend dienen Röntgenbilder dazu, den genauen Verlauf des Knochenrands beurteilen zu können. Bei der sich jetzt anschließenden Zahnfleischbehandlung werden die Wurzeloberflächen mit feinen Instrumenten gereinigt und von fest anhaftenden Konkrementen befreit. Die Wurzeloberflächen werden geglättet und Entzündungsgewebe entfernt. Ziel ist es, den Lebensraum der anaeroben Bakterien zu beseitigen. Das verbliebene gesunde Zahnfleisch soll wieder einen festen Verbund mit dem Zahn eingehen. Moderne Geräte erleichtern die Behandlung und verbessern die Parodontitis-Therapie (Ultraschallgeräte und Dentallaser).

Nach einigen Wochen wird das Ergebnis kontrolliert. Nun kann entschieden werden, ob weitergehende Maßnahmen (Aufklappen des Zahnfleisches und Reinigung unter Sicht) erforderlich sind.

Kontrolle und regelmäßige professionelle Zahnreinigung

Dem betroffenen Patienten muss bewusst sein, dass nach der abgeschlossenen Parodontalbehandlung eine intensive häusliche Zahnpflege betrieben werden muss. Andernfalls riskiert er ein erneutes Auftreten der Parodontitis. Um die Gesundheit des Zahnfleisches dauerhaft zu sichern, konsultieren unsere Patienten vierteljährlich die Praxis (Recall). Der Zustand des Zahnfleisches wird inspiziert; bei Bedarf könnten wir rechtzeitig einschreiten. Selbstverständlich ist für die parodontale Gesunderhaltung die regelmäßige Durchführung einer professionellen Zahnreinigung erforderlich. Je nach individuellem Gesundheitszustand sollte die PZR bis zu 4-mal jährlich durchgeführt werden!

Unsere Spezialisten für Zahnfleischerkrankungen beraten Sie gerne zu Ihrem parodontalen Erkrankungsrisiko und beantworten Ihre Fragen zur Zahnfleischbehandlung . Kontaktieren Sie uns.

Weiterführende Informationen zur Parodontitis bzw. zur Zahnfleischentzündung erhalten Sie auf der Website der DG PARO (Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V.) oder unter www.Taschenplage.de.

Ihr Zahnarzt in Berlin:

Cendenta - Zentrum für Zahnmedizin Berlin.
Die CenDenta-Zahnärzte: Zeitgemäße Zahnmedizin

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